Facharztpraxis für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Allergologie - Umweltmedizin, Stimm- und Sprachstörungen, Audiologie - Otoneurologie [BV HNO]

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In meiner Praxis biete ich folgende Diagnostik und Therapien an:


Ausführliche Besprechung der allergischen Symptomatik [allergologische Anamnese, Besprechung von Symptomtagebüchern]

eine komplette HNO-ärztliche Untersuchung [insbesondere Nase, Nasen-Rachenraum, Mittelohr]

Ultraschalluntersuchung der Nasennebenhöhlen
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Allergien

Unser Immunsystem hat die Aufgabe unseren Körper vor Krankheitserregern [z.B. Bakterien, Viren, Gifte] zu schützen. Es muss zwischen gefährlichen und ungefährlichen Stoffen unterscheiden.

Wir haben ein angeborenes und ein erworbenes Immunsystem. Unter Allergie versteht man im deutschen Sprachgebrauch unerwünschte Antworten des Immunsystems auf Stoffe, die eigentlich für den Körper harmlos wären. Diese Immunantworten führen zu verschiedenen Krankheitsbildern. Oft richten sie sich gegen Substanzen, die schlecht zu meiden sind.

In den Industriestaaten leiden 25-30 % der Bevölkerung an Allergien.
Als Ursachen der Allergie wird ein vererbbares Risiko, eine zu frühe Allergenexposition [zu früher Kontakt von Kindern mit Kuhmilch, Katzenallergen etc.] und ein Zusammenhang mit hoher Luftverschmutzung [Schwebstaub, Ozon, Zigarettenrauch] diskutiert.

Als HNO-Ärztin beschäftige ich mich in meiner Allergiesprechstunde hauptsächlich mit sog. Soforttypreaktionen [Typ I-Allergien]. Bei den Allergenen handelt es sich um lösliche Proteinantigene.

Typische Allergenquellen sind Pollen, Milben [Hausstaubmilben u. Vorratsmilben], Tierepithelien [Katze], Nahrungsmittel, Medikamente und Insektengifte [Biene, Wespe].

Die bedeutendste Allergie ist die saisonale Pollenallergie [Pollinosis]. Pollen windbestäubender Pflanzen [Bäume, Gräser ,Getreide, Kräuter] sind die Hauptverursacher [Hauptmorbiditätsfaktor] des allergischen Schnupfens/Bindehautentzündung [allergische Rhinokonjunktivitis] und allergischen Asthmas. Manchmal kommt es auch zu Hautausschlägen /Quaddeln und Fieber [Heufieber]. Auch Pilze, insbesondere Schimmelpilze, können saisonale Allergien [August bis November] verursachen. Häufig treten untereinander Kreuzallergien auf, d.h. ein Patient reagiert auf Pollen verschiedener Baum- u. Gräserarten.

Zu beachten sind auch sog. Kreuzallergien auf Nahrungsmittel.
Baumpollenallergiker können beim Genuss von Kern- und Steinobst, Nüssen allergische Symptome [Schwellung der Mundschleimhaut, Magenbeschwerden] entwickeln, ebenso berichten Beifußpollen-Allergiker von Beschwerden im Mund- und Verdauungstrakt bei Genuss anderer Gewürze /Kräuter [Sellerie-Karotten-Beifusssyndrom]. Auch wasserlösliche Proteine aus Pflanzensäften haben Allergenverwandschaften. So treten bei Naturlatexallergien öfters Reaktionen bei Genuss von Bananen u. Avocado auf. Der Milbenallergiker kann auch auf Schalentiere und Schnecken allergisch reagieren.

Der ganzjährige allergische Schnupfen [Rhnitis allergica perennialis] wird zumeist von Hausstaub- und Vorratsmilben verursacht. Die Hauptsymptome sind Schnupfen, verlegte Nasenatmung , Niesreiz, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten. Oftmals wird diese chronische Behinderung der Nasenatmung nicht als Allergie wahrgenommen.

Die größte allergologische Bedeutung haben die europäische [Dematophagoides pteronyssinus] und die amerikanische [Dermatophagoides farinae] Hausstaubmilbe. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und mittleren Temperaturen leben sie gerne in Matratzen, Polstermöbeln und Teppichböden. Die Allergene befinden sich in den Exkrementen der Milben.

Die sog. Vorratsmilben [Acarus siro, Glycophagus destructor] leben gerne im Heu, Tierfutter, Getreideprodukten und anderen Lebensmitteln. Oftmals bereiten sie den Landwirten allergische Probleme.
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Hinsichtlich der Tierallergene sind die Katzenallergene am bedeutendsten. Über die Hälfte der Allergiker (56%) sind gegen Katze sensibilisiert. Noch bis zu 2 Jahre nach Haltung einer Hauskatze lässt sich das Allergen nachweisen.
Etwa 25 % der Allergiker sind auf Hunde allergisch, abhängig von der Rasse.

Viele Insekten lösen durch Stiche lokalisierte Reaktionen aus [Schwellung, Rötung der Haut]. Bedrohlich können jedoch Stiche von Bienen und Wespen durch systemische Reaktionen bei 0,8 - 5 % der Bevölkerung [Luftnot, Kreislaufkollaps,Schock] werden. Bei einem Bienenstich werden 2-100 ug Gift frei [PLA2, Mellitin, Hyaluronidase, biogene Amine], bei einem Wespenstich 10 ug Gift [PLA2, Phosphatasen, Hyaloronidase].

Die beste Allergietherapie wäre die Allergenkarenz [Vermeidung des Allergens], z.B. häusliche Milbensanierung, Wohnen in pollenfreien Zonen über 2000 m, Entfernung des Haustieres. Dies ist jedoch nur selten möglich.

Zur Linderung der Symptome stehen zahlreiche Medikamente in Form von Tabletten [orale Antihistaminika] oder Nasensprays u. Augentropfen [topische Antihistaminika, topische Corticoide] zur Verfügung. Für den Insektengiftallergiker werden spezielle Notfallsets zusammengestellt, bestehend aus einem sofort wirksamen Antihistaminikum, Cortisontropfen und einer Adreanlinspritze.

Der Goldstandard zur Behandlung der allergischen Rhinitis und Insektengiftallergie besteht in der Durchführung einer Hyposensibilisierungsbehandlung.
Es handelt sich hierbei um eine spezifische Immuntherapie [SIT], bei der durch wiederholte Gabe eines relevanten Allergens die klinische Verträglichkeit dieses Allergens induziert wird. Es gibt 2 unterschiedliche Anwendungsformen: die subkutane Immuntherapie [SCIT] in Form einer Injektion [Spritze] unter die Haut und die sublinguale Immuntherapie [SLIT] in Form von Schmelztabletten oder Tropfen zur Applikation unter die Zunge. Die Hyposensibilisierung ist eine kausale Therapie, d.h. ein Fortschreiten der Erkrankung kann verhindert werden [keine weitere Ausweitung des Allergenspektrums, Vermeiden des sog. Etagenwechsels von der allergischen Rhinitis zum allergischen Asthma]. Die Therapieerfolgsraten sind mit 70-90 % sehr hoch.

Leider besteht in Deutschland noch immer eine allergologische Unterversorgung, d.h. die Patienten erhalten zu wenig Diagnostik und zu wenig Therapie.
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Allergie-Testungen:


Hautteste: Prickteste auf saisonale und perenniale Aeroallergene [Pollen, Milben, Tierepithelien, Schimmelpilze], nasale Schleimhautprovokation mit Allergenen [Intranasaltest] auf saisonale und perenniale Allergene [Milben, Schimmelpilze]

intrakutane Testung von Insektengift-Allergenen

Suchdiäten bei Nahrungsmittelallergien/Nahrungsmittelintoleranzen, Prick to Prick-Test auf Nahrungsmittel

Ergänzende Laboruntersuchungen durch das Institut für medizinische Diagnostik in Berlin [IMD]

Gesamt IgE und spezifisches IgE [Rast]

molekulare Allergiediagnostik vor Hyposensibilisierungen zur Bestimmung von Haupt- u. Nebenallergenen

Lymphozytentransformationstest [LTT] bei Metall-, Medikamenten- und Nahrungsmittelallergien [Spättyp-Allergie]

Basophilendegranulationstest [BDT] bei Insektengift- und Medikamentenallergien sowie bei Intoleranzen von Farbstoffen und Konservierungsmitteln

Bestimmung der Diaminooxidase-Aktivität [DAO] zum Ausschluß einer Histamin-Intoleranz

Tryptase-Bestimmung bei Insektengift-Allergien zur Abschätzung des Anaphylaxie-Risikos

Einleitung einer spezifischen Immuntherapie [Hyposensibilisierung — subkutan, sublingual] bei Pollenallergien, Hausstaub- u. Vorratsmilbenallergien, Katzenallergie und Insektengift-Alllergien. Die Applikationsform [subkutan, sublingual] oder die Phase der Allergenaufdosierung [Langzeit-, Kurzzeitbehandlung] wird an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst

Beratung bezüglich Allergenkarenz und Allergieprävention [Vorbeugung bzw. Vermeidung von allergischen Erkrankungen].
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